SportScheck Stadlauf Dresden

Das erste Treppchen meiner Läuferkarriere

Turbulente Wochen

Verrückt – so viele Wettkämpfe wie in den vergangenen vier Wochen habe ich bis dato noch nie am Stück bestritten. Zwar war keiner der Läufe länger als 21,1 Kilometer aber auch nicht kürzer. Unterm Strich macht das drei Halbmarathons in 28 Tagen. Alles begann mit einem enttäuschenden vierten Platz in Dresden, gefolgt von einer tollen Zielzeit in München und endete schließlich mit meinem ersten Sieg als „Rennwiesel“ in Unterhaching beim run4trees.

Warum aber der vierte Platz in Dresden für mich so enttäuschend war?
Wie und welche Zeit ich in München erreicht habe und wie es sich anfühlt auf dem Podest bzw. sogar ganz oben zu stehen, erfährst du in den nächsten Zeilen.

 

SportScheck Stadtlauf Dresden Teil I

 

SportScheck Stadlauf Dresden

 

Als die Termine der SportScheck Stadtläufe für 2016 feststanden, war mir klar, dass Dresden ganz oben auf der Liste meiner Wettkämpfe steht. Dies sollte mein dritte Dresdner Stadtlauf in Folge werden. Denn Dresden ist einfach toll – das haben die vergangen Teilnahmen gezeigt. Die Strecke ist mit eine der schönsten die ich kenne und obwohl ich eigentliche keine Rundkurse (min. zwei Runden) mag, gehört Dresden zu meinen Favorites.
Der Lauf durch die Altstadt, entlang der Elbe ist Sightseeing pur. Auch die tolle Stimmung und Atmosphäre gepaart mit dem schnellen Läuferfeld machen den Rundkurs für mich zu etwas ganz besonderem.

 

SportScheck Stadlauf Dresden

 

Im vergangenen Jahr wurde ich dort Vierter, mit nicht einmal 45 Sekunden Rückstand auf den Drittplatzierten. Das war sehr ärgerlich und sollte sich dieses Jahr ändern – ein Podestplatz sollte her, denn ich war besser und schneller denn je.

Wie immer war der Start sehr rasant, da die Halbmarathonis zusammen mit den 10 Kilometerläufer starten. Das heißt die Pace ist verdammt schnell auf den ersten Kilometern. Erst in der zweiten Runde trennt sich die Spreu vom Weizen oder besser gesagt die Halbmarathonis von den Zehnern.

 

SportScheck Stadlauf Dresden

 

In der zweiten Runde war ich dann im Niemandsland. Gefühlt war kein Läufer vor mir oder hinter mir, geschweige denn in Sichtweite. Obwohl ich vor mir keinen sah, sagte mir mein Gefühl, dass ich nicht ganz vorne bin. Und das war auch so. Als bei Kilometer 16 ein Zuschauer rief: „Du bist 4ter! Klasse, weiter so!“ wusste ich, dass es nichts mehr wird mit dem Treppchen.
Angekommen im Ziel, war ich ein wenig enttäuscht. Aber als ich die Ergebnisse der ersten drei sah, konnte ich dann doch den vierten Platz feiern. Die Top 3 lief unter einer Zeit von 01:13 h und spielte somit einfach in einer anderen Liga für mich. Also konnte ich wieder den Kopf heben und nach vorne schauen, denn in 2 Wochen stand der nächste Start beim Stadtlauf in München auf dem Plan. Und als kleiner Wermutstropfen ging es ja ein paar Stunden später nach New York zum ASICS Dynaflyte Worldlaunch.
Jammern auf hohem Niveau – hab ich bestimmt noch aus meiner Fussballzeit…

Ob ich nächstes Jahr wieder dabei bin? Ja, auf jeden Fall. Mit Dresden habe ich ja noch eine Rechnung offen!

 

SportScheck Stadlauf DresdenSportScheck Stadtlauf Dresden 2016 / 01:19:03 h / Platz. 4

 

SportScheck Stadlauf Dresden

 

SportScheck Stadtlauf München Teil II

14 Tage später stand München auf dem Programm. Obwohl ich diesen noch nie gelaufen bin, fühlte es sich an wie ein Heimspiel. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir in München wohnen und ich bei SportScheck arbeite.

Der Münchner Stadtlauf gehört mit mehr als 20.000 Teilnehmern über alle Distanzen zum größten der SportScheck Serie. Ich fühlte mich gut und es ging natürlich wieder über die halbe Marathondistanz an den Start. Für die meisten Läufer waren die kühlen Bedingungen optimal, für mich hätte es aber ruhig ein bisschen wärmer sein können.

 

SportScheck Stadlauf München

 

Mit dem früheren Start um 08:30 Uhr ging es auf die Strecke. Das Feld war groß und auch hier klasse besetzt. Mein Ziel war es eine 01:19:00 h zu erreichen und so lief ich auch an, wurde aber nach und nach immer schneller. Freilich hatte ich auch Phasen wo ich dass Tempo nicht mehr halten konnte und in ein kleines Down fiel. Daraus konnte ich mich aber ganz gut befreien und den Windschatten andere Läufer nutzen. Am Ende waren wir noch ein gutes Dreier-Team, dass sich mit „Tempo machen“ und „ausruhen im Windschatten“ gut abwechselte. Ich war absolut am Limit, dennoch fühlte es sich gut an. Ich konnte die Pace nicht bis zum Ende des Englischen Gartens halten und musste die beiden anderen Läufer auf den letzten Kilometern ziehenlassen.

Die Ziellinie überquerte ich trotzdem mit einem riesen Lächeln bei 01:17:46 h.
Geil! Meine zweitbeste Zeit bei einem Halbmarathon und dazu noch bei der starken Konkurrenz unter die Top Ten gewieselt. Ich war mega happy.

 

SportScheck Stadlauf München

 

Noch völlig euphorisiert durfte ich im Anschluss die 10 Kilometer pacen. Ich nenn es mal Glück im Unglück, denn der Pacer für die 0:55 h fiel aus und ich sprang dafür kurzfristig ein. Anfangs wusste ich nicht, ob ich noch einmal 10 Kilometer so locker schaffe aber es war mega geil. Das Tempo war nach der ersten Belastung ideal und es hat sehr viel Spaß gemacht andere zu motivieren und die Läufer als „Peitscher“ voran zutreiben. Fazit aus München: Es war ein erfolgreicher Sonntag, der sich im nächsten Jahr hoffentlich nochmal wiederholen wird.

 

SportScheck Stadtlauf MünchenSportScheck Stadtlauf München 2016 / 01:17:46 h / Platz. 10

 

Run4trees Lauf in Unterhaching Teil III

Voll im Trainingsplan für das September Highlight in Berlin, stand nun der letzte der drei Wettkämpfe auf dem Plan. Und dieser war sogar ums Eck – der run4trees Lauf in Unterhaching. Hier geht das Startgeld zur Hälfte an den Verein, welcher den Lauf organisiert und die andere Hälfte kommt der Neupflanzung von Bäumen zu Gute. Laufen und dazu noch was Gutes für die Umwelt tun – da bin ich dabei.

Auch hier ging es, ähnlich wie in Dresden, über einen Rundkurs den man zweimal lief. Anders als in den beiden Wettkämpfen zuvor, fühte ich mich nicht so fit. Die 20 Kilometer von den Isartrails ein Tag zuvor spürte ich in den Waden und mein Magen machte sein eignes Ding. Zusätzlich war es noch extrem heiß an diesem Tag – 32 Grad, der heißeste Sonntag des Jahres. Mit der Hitze habe ich eigentlich die wenigsten Probleme, aber die Kombination aus alles Faktoren fand auch nicht so berauschend. Nichtsdestotrotz war mein Ehrgeiz so groß, voll auf Angriff zu gehen.

 

run4trees

 

An der Startlinie stand ich diesmal in der ersten Reihe und wollte mich auch gleich ganz vorne behaupten. Nach dem ersten Kilometer war ich schließlich vorne und führte das Läuferfeld an – Schritt für Schritt in der prallen Sonne. Die Strecke kannte ich, bis auf den Abschnitt im Perlacher Forst, nicht und hatte somit auf ein bisschen Schatten gehofft. Pustekuchen, die Sonne knallte! Nach der ersten Runde führte ich immernoch, allerdings nur eine Schrittlänge. Ich musste die ganze Zeit die Pace vorgeben. Mich nervte es die ganze Arbeit allein machen zu müssen und das Gestöhne sowie die Schritte des Hintermanns im Ohr zu hören. Doch mein Blick ging nur nach vorne.

 

run4trees

 

Auch hier war ich absolut am Limit und versuchte mit ein paar schnelleren Metern den Zweiten abzuhängen, ohne Erfolg. Wie eine Klette hing er an mir. Ich war zwischenzeitlich schon so genervt, dass ich dachte: „Überhol mich doch einfach, mit dem zweiten Platz wäre ich auch zufrieden.“ Doch er wollte einfach nicht vorbei. Ich sehnte mir nur noch die Zielliene herbei.

Die letzten 500 Meter hatten es dann nochmal in sich. Kopfsteinpflaster, Schotter und Hügel sind eine fiese Mischung für Läufer, aber auch eine Chance um „Kletten“ abzuhängen. Und wie mein guter Freund Jan Regenfuss noch bei den Isartrails zu mir meinte: „An den Bergen nie das Tempo verschleppen.“,  so mobilisierte ich meine letzte Kraft, wieselte davon und hatte schnell eine kleinere Lücke, die er nicht mehr aufholen konnte. Es war vollbracht!
Ich lief als Erster über die Ziellinie mit 10 Sekunden Vorsprung – einfach ein tolles Gefühl. Leider gab es kein Finisher-Band welches ich durchreißen konnte und die Stimmung war auch nicht so bombastisch, aber ich war Erster. Punkt und aus! Das allerwichtigste war, dass Susi und Flocki dabei waren, die besten Fans die man haben kann. Das hat vollkommen gereicht.

 

run4trees

 

Ich war einfach nur erschöpft und mega durchgeschwitzt aber vor allem glücklich. Die Mühen haben sich gelohnt. Das wird einem spätestens dann bewusst, wenn die Siegerehrung losgeht und dein Name aufgerufen wird und das ganze Festzelt applaudiert. Schon ein sehr tolles Gefühl. Da ist man gleich für ein paar Sekunden unsterblich.

Direkt danach ging es sofort nach Hause zum Duschen und Preise (Getränkeflasche, Tee, Burgersauce, Kaugummis und ein Monat Gratis Fitness) auspacken. Mit einem Eis in der Hand und die Füße im kalten Hachinger Bach ließen wir dann den heißen Tag ausklingeln.

 

run4trees

Run4trees Unterhaching 2016 / 01:19:39 h / Platz. 1.

 

Wie geht es weiter? 

Jetzt heißt es wieder den Fokus auf den Berlin Marathon am 25.09.2016 zu richten und trainieren, trainieren, trainieren. Der nächste Wettkampf wir der Bavarian Run in München am 17.07. sein und geplant ist ebenfalls der Tegernseer Halbmarathon eine Woche vor Berlin. Ob das die einzigen Wettkämpfe in der Traningsphase bleiben, steht noch in den Sternen. Vielleicht ergibt sich ja was Spannendes. Das wirst du aber auf jeden Fall noch erfahren.

Und nun heißt es:

Another run, another bucket!

Categories Laufmomente