Fit statt fett

Fit statt Fett – eine Erfolgsgeschichte

Du willst abnehmen, deine Ernährung umstellen oder sportlicher sein?

Aber du denkst, du schaffst es nicht?

Dann setz dich und denk mal drüber nach, was das Problem deiner Antriebslosigkeit ist. Bist du zu faul? Fehlt dir die Motivation? Oder badest du nur in einem Meer voller Ausreden?

Conny Kern ist 33 Jahre jung und eine Frau voller Energie – sie will ihren ersten Halbmarathon unter 2 Stunden laufen. Das sie bis vor einem Jahr noch knappe 100 Kilo gewogen hat, träge, faul und unmotiviert war, denkt man heute nicht mehr. Wie sie endgültig ihren Arsch vom Sofa hochbekommen hat und was sie dir mit auf dem Weg zu einem besseren und gesünderen Leben mitgeben kann, erfährst du in diesem Interview. Es ist lang geworden, aber jede Zeile ist es Wert gelesen zu werden!

Bühne frei für die unglaubliche Super-Conny!

 

Vorher Nachher

 

1. Bis vor einem Jahr hattest du noch knapp 30 Kilo Übergewicht, warst ein Sportmuffel und hast dich um gesunde Ernährung wenig gekümmert. Wie sah dein Leben zu diesem Zeitpunkt aus? Was hast du gegessen und wie hast du deine Freizeit gestaltet?

Tja, um ehrlich zu sein fällt es mir schwer, mich daran zurück zu erinnern, weil es mir aus heutiger Sicht so unverständlich erscheint… Ich bin morgens aufgestanden, habe entweder nichts gefrühstückt oder mir auf dem Weg zum Bahnhof etwas zu essen geholt. Manchmal war ich auch zweimal beim Bäcker – einmal auf dem Weg zum Bahnhof und einmal bei meiner Ankunft nach einer Stunde Zugfahrt. Meist gab es belegte Brötchen, Brezeln, süße Teilchen – schon beim Frühstück so ziemlich alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Dann gings zur Arbeit und auch dort gab es ständig Süßkram, Kuchen oder so was. Dann Mittagessen in der Kantine oder Mitgebrachtes von Nordsee oder vom Bäcker. Nachmittags gings einfach so weiter mit Süßkram, am Bahnhof noch was für die Fahrt und dann ab nach Hause – auf die Couch. Und weil nach so einem Arbeitstag keine Lust zu kochen vorhanden war, gab es abends auch nur ungesunden Quatsch. Sei es Pizzabaguette, TK-Fisch, TK-Pizza oder direkt was vom Asiaten oder Pizzaservice. Echt übel!

Abends habe ich vor Laptop und/oder Handy verbracht und weiter nicht viel gemacht. Am Wochenende hatte ich auch zunehmend weniger Lust rauszugehen und wenn, dann nur dorthin, wo man sich möglichst wenig bewegen muss. Sport habe ich zu dieser Zeit überhaupt nicht getrieben. Die 800 m vom Bahnhof zur Arbeit wurden selbstverständlich mit dem Bus bewältigt und der Weg in den dritten Stock bei der Arbeit ausschließlich mit dem Aufzug. Bevor es “ klick” gemacht hat, habe ich mich auch immer mehr zurückgezogen – war am liebsten zu Hause, wollte nur meine Ruhe haben. Am Wochenende wurde regelmäßig essen gegangen – längere Spaziergänge mit dem Hund hat mein Freund nur noch allein gemacht, weil mir auch das zu viel war. Man könnte sagen, das klingt ganz schön traurig, aber für mich war das in dem Moment “normal”. Ich dachte, wer viel arbeitet, der braucht einfach auch viel Ruhe. Zur Ablenkung habe ich dann geschrieben, gehäkelt oder anderes Zeug im Sitzen gemacht.

 

2. Hattest du körperliche Beschwerden aufgrund deines Übergewichts?

Ja, natürlich hatte ich die! Fangen wir an mit Schwitzen. Kaum war das Thermometer überhalb von 25 Grad hatte ich schon keine Lust mehr rauszugehen. Nach ein paar Metern zu Fuß fing das Schwitzen an – im Gesicht, am Rücken – ich fand das nur noch furchtbar. Schon morgens beim Haare föhnen lief der Schweiß, was mich regelmäßig zur Weißglut getrieben hat.

Außerdem war mein Blutdruck zu hoch (150/100) und auch ein Leberwert war erhöht. Meine Ärztin riet mir damals schon etwas Gewicht zu reduzieren, aber auch nur so als “Hinweis”, ohne nachhaltig etwas zu bewirken.

 

„…mit fast 100 Kilo hatte ich nicht gerechnet…“

 

3. An welchem Punkt hast du gewusst, dass es so nicht weitergeht und wann hast du letztendlich den Entschluss gefasst, dass du etwas in deinem Leben ändern musst?

Ich glaube, diesen richtigen Knackpunkt gab es gar nicht. Ich habe im Januar 2014 angefangen, jeden Samstag und Sonntag eine Runde zu laufen. Als Anfängerin kam ich natürlich keine 500 Meter, ohne völlig außer Atem zu sein. Nach 500 m laufen bin ich dann den Rest des Weges meistens gegangen. Mal 3, mal 5 und mal 7 Kilometer. Da ich aber nie über die 500 m “laufen” hinaus kam (ich hatte ja keine Ahnung, wo man sich so etwas wie einen Einsteigerplan besorgt etc.), habe ich das dann irgendwie auch wieder aufgegeben. Auch die guten Vorsätze in Sachen Ernährung waren nach ein paar Wochen des Jahres 2014 wieder gestorben.

Dann fing ich einen Yoga-Kurs an, um zumindest ein bisschen Bewegung zu haben – da das so eine Esoterikgeschichte war (was definitiv am Kurs lag!) hab ich auch das nach ein paar Mal wieder gesteckt. Ich dachte hey, ich kann das zu Hause machen und kaufte mir Yoga-DVDs. Außerdem hatten wir einen Crosstrainer angeschafft, auf dem ich zumindest ein paar Mal abends trainiert habe. Alles in allem hatte ich nichts wirklich konsequent durchgezogen.

Irgendwann im Mai gab es dann bei meiner Firma das Angebot für einen Pilates-Kurs. Es sollte ein Mitarbeiter von einem Studio, das ganz in der Nähe meiner Arbeit ist, vorbeikommen und uns den Kurs vorstellen. Ich nahm an der Infoveranstaltung teil und Marco, der Mensch aus dem Studio, hat uns auch eine vergünstigte Mitgliedschaft im Studio angeboten. Na dann machen wir doch einfach Nägel mit Köpfen. Bereits am nächsten Tag machte ich einen Termin zum Probetraining aus und schwuppdiwupp war ich dort. Zunächst musste ich eine Körperanalyse machen und dann kam es wie mit einem Holzhammer: 98,5 Kilo, ein Körperfettanteil jenseits von Gut und Böse und verdammt viel davon in Form von gefährlichem viszeralen Fett (Fett, dass sich um die Organe gelegt hatte). Mein Fitnesszustand auch unter aller Kanone – bereits 10 min auf dem Crosstrainer trieben meinen Puls auf fast 90%. Ich hatte mich Monate lang nicht mehr gewogen – dachte hey, wahrscheinlich irgendwas um die 80 Kilo… mit fast 100 Kilo hatte ich nicht gerechnet und das war wohl der Punkt, an dem ich wusste: So geht es nicht mehr weiter!

 

„Ich habe mich geschämt!“

4. Oft ist es hilfreich, wenn man bei so einem Vorhaben Unterstützung aus seinem Umfeld erfährt. Gab es Menschen, die dir in dieser Zeit den Rücken gestärkt haben und was denkst du, wie wichtig ist diese Unterstützung?

Ich muss sagen, dass ich diese ganze Abnehmgeschichte anfangs heimlich gehalten habe – selbst vor meinem Freund. Ich habe mich geschämt! Anfangs hatte ich mein Gewicht auch nur auf meinem Instagram-Profil erwähnt und nie mein Gesicht gezeigt. Es war mir einfach so unendlich peinlich!

Irgendwann kam mein Freund aber dahinter und hat mich darauf angesprochen. Ich bin erstmal in Tränen ausgebrochen und habe ihm klargemacht, wie peinlich mir das alles ist. Er hat mich damals in den Arm genommen und gemeint, dass ich auf seine Unterstützung zählen kann und das er es toll findet, was ich mache! Ab da ging es schon sehr viel besser! Natürlich habe ich auch via Instagram viel Unterstützung gefunden. Durch die Anerkennung im social network und den Rückhalt zu Hause konnte ich auch besser mit dem restlichen Umfeld umgehen.

Gerade bei der Arbeit wurde zunächst sehr belächelt, was ich mache. Sätze wie “Tut mir leid, dass du keine Torte essen darfst.” und “Wie lange machst du denn noch deine Diät?” gingen mir, wortwörtlich, einfach nur auf den Sack! Mit sinkendem Gewicht wich diese anfängliche “Belächelung” dann nach und nach zu Anerkennung – aber ich bekam und bekomme auch Neid zu spüren. Ich denke, das ist normal.

Im Nachhinein muss ich ganz klar sagen: Ohne Unterstützung und Rückhalt ging es nicht!

 

Vegetarisch

Conny ernährt sich vegetarisch!

 

5. Du hast deine Ernährung von omnivor auf vegetarisch umgestellt. Was denkst du, wie hat sich diese Veränderung auf dein Leben ausgewirkt?

Puh, gute Frage. Mein Essverhalten hat sich natürlich verändert. Ich koche am liebsten selbst, um zu wissen, was “drin” ist. Durch die Umstellung auf die vegetarische Ernährung ernähre ich mich automatisch sehr viel gesünder und ich glaube, dass das ein Grundpfeiler dafür ist, nie wieder zuzunehmen. Ich habe außerdem das Gefühl, dass ich fitter bin seit ich kein Fleisch mehr esse. Ich bin nicht mehr so matt und träge und meinem Stoffwechsel tut die vegetarische Lebensweise auch sehr gut. Abgesehen davon habe ich natürlich ein besseres Gewissen.

 

6. Könntest du dir vorstellen wieder Fleisch zu essen?

Nein, zu diesem Zeitpunkt kann ich mir absolut nicht vorstellen wieder Fleisch zu essen. Ich habe mich sehr viel mit der Herkunft von tierischen Lebensmitteln beschäftigt und aus meiner Sicht halte ich es für MICH ethisch nicht mehr für vertretbar. Filme wie “Earthlings”, Dokus wie “Unser täglich Fleisch” und ähnliches verdeutlichen die Zustände die in unserem Land herrschen. Die Leute wollen einfach nur noch billiges aber dafür viel Fleisch. Abartig! Unter welchen Bedingungen Schweine, Rinder und vor allem Geflügel in Deutschland gehalten werden, um diese Kampfpreise anbieten zu können – das will niemand hören und das widert mich an. Jedes Lebewesen hat das Recht auf ein artgerechtes Leben.

In der heutigen Zeit ist es für mich absolut nicht mehr notwendig, Fleisch zu essen. Wir haben eine solche Vielfalt an Lebensmitteln, die eine Ernährung ohne Fleisch absolut lebenswert machen. Nicht umsonst leidet eine Vielzahl von Menschen in Deutschland unter erhöhten Cholesterinwerten und Gicht – Fleisch macht aus meiner Sicht einfach nur noch krank.

 

„Irgendwann konnte ich dann “auf einmal” 5 Kilometer durchlaufen.“

 

7. Conny, du hast nicht nur deine Ernährung umgestellt, du hast auch mit Sport angefangen. Man könnte sagen: Von 0 auf 100! Wie wichtig war dir, dich sportlich zu betätigen und welche Sportart hast du dir ausgesucht?

Ich habe zunächst täglich im Fitness-Studio trainiert – Ausdauer und Krafttraining (Milon-Zirkel). Da sich das Fitness-Studio aber nicht an meinem Wohn-, sondern an meinem Arbeitsort (75 km entfernt) befindet, musste fürs Wochenende eine Alternative her. Also versuchte ich es nochmal mit Laufen.

Der Startschuss dafür war für mich die Frage einer Freundin von Instagram, ob ich beim „Colorrun“ in Stuttgart mitmache – mit ihr zusammen. Im Urlaub habe ich dafür ein wenig trainiert und Ende Juli stand dann der erste 5 km-Lauf an. Ich musste ehrlich gesagt zwischendurch immer wieder gehen, aber dennoch sind wir mit einer Zeit von knapp 38 min ins Ziel gekommen. Das war für mich natürlich Ansporn besser zu werden, also fing ich an, regelmäßig zu laufen! Irgendwann konnte ich dann “auf einmal” 5 Kilometer durchlaufen. Natürlich sehr langsam, aber ich konnte laufen. Woohooo!

 

Colorrun

Conny beim Colorrun in Stuttgart mit knapp 90 Kilo

 

8. Laufen also! Laufen ist ein Ausdauersport, der eine Menge Disziplin und Ehrgeiz erfordert, denn nur durch regelmäßiges Training kann man Erfolge erzielen, Gewicht reduzieren und seine Kondition verbessern. Hand aufs Herz: Gab es Momente wo du alles hinschmeißen wolltest und dich gefragt hast „Wozu das alles?“. Wenn ja, wie hast du dich motiviert, um weiter zu machen?

Wie schon gesagt, auf einmal “lief” es beim Laufen. Dennoch hatte ich das Gefühl, ich werde nicht mehr besser und vor allem hatte ich das Gefühl, dass ich nicht die richtige Technik habe. Ich lief nur noch, um abzunehmen, nicht mehr um besser zu werden. Morgens um 5 Uhr, abends, am Wochenende – mehr als 5 –10 Kilometer waren aber nicht drin. Das hatte u.a. den Grund, dass ich nur 1.200 Kalorien pro Tag gegessen habe – fürs Laufen viel zu wenig! Eigentlich wollte ich das nicht wahrhaben und dachte – du brauchst einfach mal einen Coach, dann wird das mit dem Laufen! Ich googelte nach einer Laufgruppe oder nach einem Laufkurs. So bin ich dann auf meine Trainerin Barbara Maier gekommen. Ich wollte mich bei ihr für einen Anfängerkurs anmelden, um meine Technik von Grund auf zu verbessern. Sie riet mir aber – nachdem ich einige runtastic-Ergebnisse geschickt hatte – zum Kurs für Fortgeschrittene. Gesagt, getan. Der Kurs startete und trotz Unterbrechung durch einen Krankenhausaufenthalt konnte ich dank ihrer Trainingspläne, ihrem und dem wachsamen Auge meines Umfelds, dem Hochschrauben meiner Kalorienzufuhr und ergänzender Übungen zum Laufen, meine Laufleistungen sehr verbessern.

Nach dem Krankenhausaufenthalt war ich sehr niedergeschlagen, aber das Laufen hat mich einfach immer über Wasser gehalten. „Laufen ist Leben“ – das ist der Leitspruch meiner Trainerin und immer, wenn es Punkte gibt an denen ich alles hinschmeißen will, dann führe ich mir vor Augen, wie undenkbar es noch vor einem Jahr war, überhaupt zu Laufen – dann ärgert mich auch eine schlechte Pace oder ein miserabler Puls nicht mehr.

 

 „Wenn ich laufe, fühle ich mich frei.“

 

9. Welches Gefühl hast du während oder nach dem Laufen?

Laufen ist für mich inzwischen viel mehr als nur ein Sport. Frag mal meinen Freund. Wenn ich zwei Tage nicht gelaufen bin, bin ich unausstehlich. Drehe ich dann eine Runde, bin ich der entspannteste und sozialkompatibelste Mensch der Welt! Nein ernsthaft, ich merke einfach, wie mir das Laufen guttut – mal ganz abgesehen von den sportlichen Erfolgen. Wenn ich laufe, fühle ich mich frei. Mein Ohr (ich bin seit einem Hörsturz auf einem Ohr taub und habe zeitweise einen schlimmen Tinnitus) gibt Ruhe und ich bin total entspannt. Natürlich ist Laufen anstrengend, gar keine Frage – ich schwitze, powere mich aus, aber das Gefühl “danach” ist einfach unschlagbar.

 

11. Wir alle kennen diese Tage, wo man am liebsten auf der Couch versacken möchte. Wenn es dann noch draußen regnet oder stürmt und schneit, dann ist die Motivation total im Keller. Conny, wie motivierst du dich? Was sind deine Geheimtipps, die du unseren Lesern geben kannst?

Ja, dieser sogenannte Schweinehund. Den kenne ich! Natürlich würde ich oft auch lieber mit dem Arsch auf der Couch sitzen bleiben – vor allem, wenn der Arbeitstag lange war oder draußen gerade kein allzu tolles Wetter ist. Mein Trick ist es dann, einfach mal die Laufsachen überzuwerfen. Hat man die erstmal an, ist der Weg nach draußen auch nicht mehr so weit. Wenn ich so richtig gar keinen Bock habe, hilft mir aber mein Trainingsplan. Der ist so aufgebaut, dass ich unter der Woche zwei kürzere Einheiten (30/45 Minuten) zu absolvieren habe und Samstag/Sonntag dann längere Läufe, die man ausgeruht besser hinkriegt. Ich kann nur jedem raten, sich einen solchen Plan zuzulegen. Hilfestellung, wie man an einen solchen Plan kommt, gebt ihr doch sicher auch gerne, oder?

Letztendlich muss man sich immer klar machen, wie gut man sich nach einem Lauf und der darauffolgenden Dusche fühlt. Manchmal lasse ich mir – bevor ich starte – schon eine richtig heiße Wanne ein. Die hat dann, wenn ich zurückkomme, die ideale Temperatur und da freue ich mich dann drauf. Und wenns mal wirklich gar nicht geht, dann ist das auch in Ordnung – dann wird der Lauf auf den nächsten Tag verschoben. Da gibt es dann aber keine Ausreden mehr!

„Wer viel Sport treibt, der darf auch essen!“

 

12. Wie sieht AKTUELL eine ganz normale Woche in Connys Leben aus? Und welche Gewichtung haben dabei Laufen (bzw. Sport) und Ernährung für dich

Eine normale Woche in meinem Leben ist inzwischen sehr durchstrukturiert. Ich plane samstags, was wir in der kommenden Woche essen. Sowohl was wir mit zur Arbeit nehmen, als auch was es abends noch gibt. Selbst wenn ich mich nicht immer zu 100% daran halte, gibt mir das eine Art von Sicherheit. Ich bereite mein Mittagessen für den nächsten Tag immer abends vor. Wenn ich mal keine Zeit habe, dann kommt Oatmeal in die Lunchbox – das geht immer!

Sportlich gesehen: Montags geht es nach der Arbeit ins Gym oder Laufen. Dienstags steht Pilates auf dem Plan und ein Lauf, den ich aber gerne auch auf Mittwochs schiebe. Donnerstags steht ebenfalls ein Lauf an, freitags gehe ich meist noch ins Gym, samstags und sonntags jeweils lange Läufe. Da ich diese langen Läufe meist gleich nach dem Aufstehen erledige, bleibt genug Zeit für Aktivitäten am Wochenende.

Am Wochenende gehen wir auch mal essen – zum Asiaten oder Italiener. Wer viel Sport treibt, der darf auch essen! Insgesamt muss ich sagen, dass ich meine Ernährung doch sehr kontrolliere. Noch tracke ich meine Kalorien und achte darauf, dass ich mindestens 1.500 Kalorien zu mir nehme. An Trainingstagen bemühe ich mich, auch die Trainingskalorien aufzufüllen, um das Defizit nicht zu groß zu halten. Ausrutscher bzw. Gönnungen gibt es aber bei mir auch und hey, es gibt keine bessere Grundvoraussetzung für einen langen Lauf am Sonntag, als ein großes, kohlenhydratreiches Abendessen an einem Samstag!

 

Vorher Nachher

 

13. Deine Geschichte ist sehr beeindruckend und ein Vorbild für uns alle. Du hast auf jeden Fall ordentlich vorgelegt. Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Mein nächstes Ziel ist der Halbmarathon am 29. März in Berlin. Dort möchte ich unendlich gerne unter zwei Stunden laufen und darauf arbeite ich hin. Außerdem möchte ich noch 8 bis 10 Kilo abnehmen (spätestens bis zu unserer Hochzeit im August, hihi), aber durch das viele Laufen mache ich mir da gar keine Sorgen!

Langfristig möchte ich einfach ein paar Wettbewerbe im Jahr laufen und vor allem auch neue Dinge (Tough Mudder/Trailrunning) ausprobieren. Ich möchte wieder mehr Yoga und Pilates in mein Leben integrieren, mein Gewicht halten und irgendwann auch keine Kalorien mehr tracken, sondern nur noch nach Gefühl essen. Aber auch hier bin ich absolut positiv!

 

„Ich konnte einige (…) mit dem “Laufvirus” anstecken…“

 

14. Wo Erfolg ist, gibt es Neider. Hattest oder hast du auch mit Gegenwind zu kämpfen? Leute, die deine „neue“ Lebensweise z.B. in Bezug auf die vegetarische Ernährung oder der großen Affinität zum Laufen, in Frage stellen und kritisieren?

Das stimmt und diese Erfahrungen habe ich gemacht und mache ich immer noch. Nachdem ich nun wirklich schon einiges erreicht habe, hören die Sprüche auf. Man spürt aber natürlich, dass es Neid gibt. Aber damit komme ich gut klar.

In letzter Zeit häuft sich dann eher das Gegenteil. Ich konnte einige in meinem Freundeskreis mit dem “Laufvirus” anstecken, bekomme sehr viel Anerkennung für das, was ich mache und das auch von Leuten, von denen ich das niemals erwartet hätte.

Auch die vegetarische Ernährung hat natürlich viel Konfliktpotenzial. Ich löse das von mir aus aber so, dass aus meiner Sicht jeder machen kann, was er will. Ich kritisiere zunächst niemanden, der Fleisch isst. Wenn man jedoch anfängt, sich in meine Ernährungsweise einzumischen oder versucht mich deshalb zu kritisieren, dann kann ich auch anders! Ich hasse Sprüche, aber Neid ist einfach nur die beste Anerkennung!

 

„…und laufen, laufen, laufen!“

 

15. Conny – um glücklich zu sein, muss man vor allem mit sich selbst zufrieden und im Reinen sein. Was ist deiner Meinung nach ein Rezept für das „Glücklich sein“?

Es gibt kein Patentrezept, aber um glücklich zu sein, muss man sich meiner Meinung nach in seinem Körper wohlfühlen. Wer sich nicht wohlfühlt, der muss sein Glück in die Hand nehmen. Wenn man abnehmen möchte, dann sollte man sich eine Sportart suchen, die einen glücklich macht. Viele Menschen treiben Sport als wäre es eine zweite “Arbeit”, nur um ein paar Kilos zu verlieren. Damit wird man doch nicht glücklich.

Mich macht Laufen glücklich. Ich brauche nur meine Laufsachen, im Zweifelsfall nur meine Laufschuhe und kann von jetzt auf gleich los! Danach fühle ich mich super und kann den Rest des Tages wieder gelassener angehen! Mein Rezept ist gesunde Ernährung, sich ab und zu etwas gönnen, mit offenen Augen durch die Welt gehen und laufen, laufen, laufen!

Das Interview kannst du dir auch original und ungeschnitten als Video-Chat ansehen.
Hier geht’s zum Video mit der zauberhaften Conny!


 

Danke dir Conny, für das großartige Interview. Begleite sie weiter auf ihrem Weg zum ersten Halbmarathon und ihrem Wunschgewicht auf ihrem Instagram-Profil!

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