Laufen für Anfänger, Jeder kann Laufen

Laufen für Anfänger – Jeder kann es schaffen

Heute möchten wir mal über ein Thema schreiben, welches uns alle betrifft. Auch uns 🙂 Denn auch wir haben irgendwann mal angefangen zu laufen – und zwar im Kindesalter. Eine unserer ersten wichtigen Schritte machen wir bereits als kleines Kind. Wir beginnen zu laufen und werden dadurch selbstständig.

Unnützes Wissen:
50 Millionen Schritte machen wir in unserem Leben. Dabei legen wir etwa 40.000 Kilometer zurück – wir laufen also einmal um den Erdball.

Allerdings bewegen wir uns heutzutage so wenig wie nie zuvor. Wenn es geht, nehmen wir das Auto oder wir fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Erschreckend: Fast jeder zweite Deutsche treibt überhaupt keinen Sport. Kein Wunder das es so viele Dicke (vor allem dicke Kinder) gibt, wenn sich Faulheit dann noch mit falscher Ernährung paart. Andererseits hat in den letzten Jahren die Zahl derer, die ins Fitnessstudio gehen oder joggen, extrem zugenommen. Überall sprießen neue Muckibuden aus dem Erdboden und wenn man durch Parks oder Wälder geht, sieht man immer mehr Hobby-Läufer, Walker oder Fahrradfahrer. Sport scheint also im Trend. Doch aller Anfang ist schwer. Den Schweinehund überwinden, sich zu motivieren oder die passende Sportart zu finden, scheint nicht so leicht. Außerdem gibt es ja noch die wunderbaren Ausreden wie: „Ich habe keine Zeit.“ „Ich habe Probleme mit dem bzw. den  Knie/Rücken/Füßen/Armen/Haarwurzeln/Fingernägeln…“ „Mein Arzt hat gesagt…“ uswus. An diesem Punkt waren wohl schon die meisten.

Laufen für Anfänger

Wenn wir uns mit „Laufmuffeln“ über Laufen und Training unterhalten, hören wir fast immer das Gleiche:

  • „Ich schaffe sowieso keine 5 km am Stück.“
  • „Meine Laufschuhe sind schon 100 Jahre alt.“
  • „Ich bekomm so schnell Seitenstechen.“
  • „Ich bekomm so schnell Magen-/Bauchschmerzen.“
  • „Laufen ist langweilig.“
  • „Ich bin zu langsam.“
  • „Das macht doch kein Spaß.“

Auffällig ist, dass die meisten wohl ein Problem damit haben, dass sie angeblich zu langsam sind. Wer sagt denn was schnell und was langsam ist? Wer legt das fest? Der Laufgott??? Wer sagt, dass man 5 km durchlaufen muss? NIEMAND, außer dein Kopf! Ab heute gibt es keine Ausreden mehr, denn JEDER kann laufen und jeder JEDER kann so laufen, dass es Spaß macht und JEDER kann Erfolgserlebnisse haben! 

Auch bei mir gab es finstere Zeiten. Und auch ich habe Laufen GEHASST. Warum und warum ich es jetzt liebe, erfahrt ihr jetzt 🙂

Jeder kann laufen – Susi schon immer

Ich bin ja nicht ganz so ein Neuling im Sport, wie manche vielleicht dachten. In der 2.Klasse erkannten Eltern und Lehrer schon das Potential der kleinen Susi (damals schnell wie der Blitz und gefürchtet von Allen 😉 )und Vati nahm mich dann im Jahr 1994 mit zum Probetraining des FC Erzgebirge Aue – Sektion Leichtathletik. Die Trainerin sah nett aus und ich entschied mich zu bleiben. Ich blieb 8 Jahre. In dieser Zeit war mein Leben von Schule, Training und Wettkämpfen bestimmt. Ich war glaube ich, auch ziemlich erfolgreich. Außer Hochsprung – DAS habe ich gehasst. Wir trainierten 3 mal die Woche und fuhren am Wochenende zu Wettkämpfen. Ich erinnere mich, dass die ersten Jahre mega Spaß gemacht haben, denn man wurde besser und erfolgreicher, gewann Medaillen und bekam den ein oder anderen Eintrag in der Regionalzeitung.Irgendwann wird der Druck aber größer, die Erwartungen höher, die Schule stressiger und die Interessen ändern sich im Teenageralter. So kam es, dass ich mit 14 Jahren einfach kein Bock mehr hatte und alles hinschmiss. Danach hab ich mich 2 Wochen im Volleyball probiert (ich war/bin schlecht und ich mochte/mag Volleyball auch nicht). Bis ich endgültig keinen Bock mehr auf Leistungsdruck hatte. Schule war nervig genug und man wollte lieber mit Freunden rumhängen. Den einzigen Sport den ich also trieb, war der Schulsport in der Oberstufe und im Winter snowboarden. Die Zeit der Ausbildung und des Studiums verbrachte ich mit allen anderen Dingen, außer mit Sport. Wenn ich schon das Wort „laufen“ oder „Fitnessstudio“ hörte, bekam ich Schüttelanfälle. Wie kann man nur laufen? Das ist doch ARSCHLANGWEILIG.

Erfolg, Sieg, Leichtathletik, Laufen 1997          Halbmarathon beim Hannover Marathon 2014

Ich habe also sagenhafte 7 Jahre überhaupt keinen Sport gemacht. Obwohl. Zählt Trinksport? Mh… Erst im Alter von 25 Jahren habe ich mich ganz langsam wieder ans Laufen getastet. Meine Schuhe waren zu dieser Zeit übrigens auch schon 100 Jahre alt und ich war so fit, wie ein nasser Lappen. Aber warum fing ich überhaupt an mit Laufen? Zum einen habe ich wohl den „schlimmsten“ Arbeitsplatz der Welt – IM BÜRO – und zum anderen wurde es vom Arzt „empfohlen“. Ich habe also im Sommer 2012 meine alten Treter rausgekramt und mich in den nahegelegenen Park getraut. Und, es war NATÜRLICH ein Disaster! Ich lief ca. 15 Minuten, bekam Seitenstechen, hatte schwere Beine, bekam kaum Luft und machte mich total zum Heinz! Das war erschreckend. Ich bin wahrscheinlich nur 1,5 km gelaufen und war total am Ende. Ich brauchte 5 Regenerationstage um wieder auf die Beine zu kommen (im wahrsten Sinne des Wortes). Ich lief also die ersten Wochen seeeehr unregelmäßig und weil es mir so peinlich war, dass ich so schlecht und langsam war, fuhr ich immer mit dem Fahrrad zum Park und lief dann in den verwinkelten Ecken. Was für eine Nummer. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, muss ich einfach nur lachen 🙂 Da ich diese, für mich mehr als schlechte Leistung aber so nicht hinnehmen wollte, holte ich mir die runtastic-App für mein neues Smartphone und konnte so meine „Lauferfolge“ dokumentieren. Das mache ich nun seit knapp 2 Jahren und für Alle die Angst haben, dass man auf der Stelle tritt und es niiiiiemals schaffen wird 5 km oder sogar 10 km am Stück zu laufen, habe ich hier 3 sehr aussagekräftige Bilder:

 

Laufen für Anfänger,

Erster runtastic-Lauf. Eine Pace von 07:03 min/km

Laufen für Anfänger

Vor knapp einem Jahr. Ich laufe schon 10 km am Stück mit einer Pace von 06:25 min/km

Aktueller Leistungsstand , Halbmarathon beim Stadtlauf Dresden

Aktueller Leistungsstand beim Halbmarathon in Dresden. Pace: 05:09 min/km

Ich habe mich also innerhalb von 2 Jahren so gesteigert, dass ich mittlerweile das Ziel habe, den Halbmarathon unter 01:45 h zu laufen und nächstes Jahr evtl. den ersten Marathon. Und alles hat angefangen mit sehr langsamen und qualvollen 2,5 km. Ich sage und verspreche Euch, dass ihr sogar nach 3-4 Wochen konstanten Training, die ersten Erfolge haben werdet.

Hier meine ultimativen Tipps, mit denen ihr auf jeden Fall gefallen am Laufen finden werdet:

  • Setzt Euch kleine Ziele, z.B. für den Beginn 15 Minuten langsam laufen. Wenn nötig, eine kurze Gehpause einlegen.
  • Bloß nicht zu SCHNELL anfangen. Das ist der größte Anfängerfehler überhaupt. Und wenn man sich übernimmt, dann hat man nicht nur Schmerzen, sondern auch keinen Bock mehr auf laufen. Lauft also ein Tempo, wo ihr Euch wohl fühlt.
  • Die richtige Ausrüstung. Bitte keinen alten Latschen. Für den Anfang und die ersten Versuche ist das vielleicht noch OK, aber ihr werdet Euch früher oder später die Knie kaputt machen und Schmerzen haben. Spart nicht am Schuh. Am besten ihr lasst Euch in einem Fachgeschäft wie runnerspoint oder SportScheck beraten. Denn: Wer billig kauft, kauft zweimal.
  • Ein Trainingsplan. Das klingt vielleicht streng, ist aber extrem hilfreich. Und warum? Wenn ihr Euch im Terminplaner feste Trainingszeiten einschreibt, dann kann es Euch nicht passieren, dass ihr „plötzlich“ eine Verabredung habt… Ihr wollt ja schließlich konsequent sein.
  • Weniger ist mehr. Wie oben schon geschrieben, fangt langsam an. Lauft 3 mal die Woche, z.B. Montag 20 Minuten langsamer Lauf , Dienstag Ruhetag, Mittwoch Ruhetag, Donnerstag 30 Minuten langsamer Lauf (mit Gehpausen), Freitag Ruhetag, Samstag wieder 20 Minuten langsamer Lauf, Sonntag Ruhetag
  • RUHETAGE einhalten. Ihr könnt es ja mal probieren und am Anfang 3 Tage nacheinander laufen. Ihr werdet merken, dass das schon nach Tag 2 unmachbar ist und ihr Eure Beine und Muskeln spüren werdet.
  • Musik ins Ohr. Wer denkt laufen ist langweilig, der kann sich ja seine Lieblingsmusik oder ein Hörbuch reinziehen.
  • Laufpartner suchen. Es gibt sicher jemand im Freundes- oder Familienkreis, der mit Euch loszieht. Außerdem gibt es mittlerweile in jeder Stadt Lauftreffs für Anfänger, Fortgeschrittene und Wettkampfläufer.
  • Alterntativsport. Gerade am Anfang, wenn die Zeiten noch schwach sind und das Laufen schwer fällt, ist es vielleicht gar nicht so verkehrt, 1 mal die Woche etwas anderes zu machen, wie schwimmen, Rad fahren oder Squash spielen.

Ich kann Euch versprechen, dass ihr früher oder später gefallen am Laufen findet. Sucht Euch auch Strecken, die ihr noch nicht kennt. Ihr glaub ja gar nicht, was man alles für unentdeckte Ecken findet.

Laufen in Braunschweig

Laufen für Anfänger

So, jetzt wisst ihr Bescheid. Schuhe an und raus in die Natur. Ach, und die Ausrede „Es regnet aber.“ zählt nicht, denn wie besagt eine gute alte Weisheit: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. 🙂

 

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