Unverhofft kommt oft! Jahresrückblick 2017 mit Susi

Wenn ich auf das Jahr 2017 zurückblicke, dann kann ich mich eigentlich nicht beschweren. Meine Selbstständigkeit läuft gut, ich habe Aufträge und Jobs, meine Familie und ich sind gesund, und sportlich lief es erstaunlicherweise auch viel besser als erwartet. Man könnte meinen, das war mein Jahr! Aber trotz allem bin ich immer noch auf der Suche. Auf der Suche nach dem, was mich wirklich erfüllt und zufrieden macht. 2018 soll deshalb anders werden! Heute nehme ich dich mit auf meine Reise in die vergangenen Monate und lasse dich an meinem Jahresrückblick 2017 teilhaben.

 

Berlin Marathon. Im Ziel mit Medaille

 

Voller Erfolg auf ganzer Linie: Im Job und im Sport

Kennst du diese Menschen, denen einfach alles gelingt im Leben? Sie sind nett, sehen gut aus, sind intelligent und auch sonst wird alles Gold, was sie anfassen. So ein Mensch war ich nie. Was ich anfasse, fällt erst mal runter, auf dem Schlauch stehe ich auch oft genug und auch sonst bin ich ein absoluter Chaot. Trotzdem ging das Jahr für mich sehr gut los. Ich hatte bereits genügend Aufträge, um regelmäßig Geld zu verdienen. Die Arbeit war bis dahin überschaubar und ich hatte Zeit für mich. Da ich keinen Trainingsplan verfolgte, hatte ich auch im Sport keinen Druck. Ich lief, wann ich will und wie lang ich will. Es war alles sehr unbeschwert und locker.

Ich denke, dass diese Unbeschwertheit mir auch den ersten sportlichen Erfolg Anfang des Jahres einbrachte: Ich lief beim Tokyo Marathon völlig unerwartet eine neue Bestzeit. Nach 03:46 Stunden kam ich ins Ziel – ich hatte mich um 12 Minuten, innerhalb von 4 Monaten und ohne Training, verbessert. Für mich definitiv einer der schönsten Momente in diesem Jahr. Nicht nur wegen der überragenden Zeit, sondern auch aufgrund der Stimmung und den Menschen in Tokyo. Eine der besten Laufveranstaltungen, bei denen ich bisher war. Absolut empfehlenswert!

Dieses positive Gefühl und die vielen unbeschreiblichen Eindrücke aus Japan nahm ich mit nach Deutschland. Dort stand dann bereits das nächste Highlight vor der Tür: das Trainingslager mit ASICS auf Zypern. Ich hatte Glück, dass ich meine Projekte im Job so takten konnte, dass ich beruhigt mitfliegen konnte. Zu dieser Zeit hatte ich wohl die perfekte Work-Life-Balance. Das war mir in diesem Moment nur nicht klar, aber dazu später mehr.

 

Jahresrückblick 2017: In Tokyo mit zwei Japanerinnen, die traditionelle Kleidung tragen

Tokyo Marathon 2017. Im Ziel mit Medaille

 

>>> Lese-Tipp: Falls du mehr über Japan erfahren willst, dann empfehle ich dir unseren Reisebericht über unseren Trip nach Tokyo. <<<

 

Laufen ohne Zwang: Es funktioniert

Im Frühjahr kam dann so langsam der Alltag rein. Aufträge häuften sich und die Wettkampfsaison stand vor der Tür. Darauf freue ich mich immer besonders, weil man dann viel unterwegs ist und viel erlebt. Mit dem Hamburg Marathon stand mein Highlight der Saison an: Ich wollte wie immer alles geben, hatte aber auch im Hinterkopf, dass eine neue Bestzeit utopisch ist. In Tokyo hatte ich einfach nur Glück, dachte ich mir. Aber ich wusste auch, dass Hamburg schnell ist und mir die dortigen Bedingungen liegen. So wie sich später herausstellte, kann ich besonders bei 8 Grad und Hagel meine Talente richtig entfalten. Denn ich lief auch hier zu einer neuen Bestzeit und konnte noch einmal 6 Minuten gutmachen. Nach 03:40 Stunden war ich im Ziel und konnte mein Glück gar nicht glauben. Ich fühlte mich wieder, wie diese Menschen, denen einfach alles gelingt …

Mit diesen Erfolgen der letzten Monate konnte ich völlig entspannt die nächsten Wettkämpfe angehen. Ich lief immer noch ohne Plan und nur dann, wann ich Lust hatte. Es gab Wochen, da bin ich gerade einmal zwei oder drei Mal gelaufen. Mir war wichtig, dass ich Spaß dabei habe, egal was am Ende auf der Uhr steht.

 

Wings For Life World Run und Hamburg Marathon 2017

 

Laufen ist wie Urlaub

Der Sommer stand vor der Tür. Während andere Pläne für den Urlaub schmiedeten, gab es für uns beide nur eins: Arbeit. Die Arbeit wechselte sich mit Wettkämpfen ab. Spätestens als ich im Juli bei der Challenge Roth den Marathon komplett verkackte, merkte ich, dass der Körper irgendwann Ruhe und Pausen braucht. Dieses ständige Funktionieren geht sicher ein paar Monate gut, aber läuft eben nicht auf Dauer. Einige meinten, ich würde zu viel laufen und deshalb bin ich so ausgelaugt. Ich kann dir aber heute sagen, dass ich den Sport gerade in stressigen Zeiten brauche. Wenn man 60 Stunden pro Woche und mehr ausschließlich auf dem Hintern sitzt und in einen Bildschirm starrt, dann muss man sich irgendwann auspowern. Und dies gelang mir am besten bei Wettkämpfen wie dem Fichtelberg-Ultra oder dem Stubai-Ultratrail.

 

Finisher-Fotos beim Trailrunning

 

Der Stubai-Ultratrail war eines meiner größten Highlights in diesem Jahr. Ich stellte mich einer komplett neuen Herausforderung und wagte mich ans Trailrunning. Ich bin bereits das Jahr zuvor auf Trails unterwegs gewesen und hatte auch einige Trainingseinheiten, z.B. beim Trainingslager auf Zypern, absolviert. Der Respekt vor der Gletscherbezwingung war trotzdem immens hoch. Aus den anfänglich geplanten 62 km, meldete ich mich auf die 28 km um und konnte mit Isa und Andi noch zwei Begleiter finden. Am Ende war es die richtige Entscheidung und ein unvergessliches Erlebnis. Auf einen Gletscher läuft man nicht jeden Tag und es war sicher nicht das letzte Mal.

 

Im Ziel mit Medaille beim Stubai Ultratrailer mit Isa von Run Munich Run

Jahresrückblick 2017: 28 km von Neustift auf den Stubai Gletscher, beim Stubai Ultratrail mit Isabel Groß von Run Munich Run

 

>> Hier kannst du noch einmal unseren Bericht über den Stubai Ultratrail nachlesen <<

 

Arbeit, Laufen, Arbeit, Laufen: Wenn das Hamsterrad beginnt zu drehen

Sportlich gesehen standen noch einige Ereignisse auf dem Plan: der Swissalpine in Davos, der Berlin-Marathon und Luzern-Marathon und viele weitere kleine Läufe. Lauftechnisch wurde es nie langweilig. Bei der Arbeit übrigens auch nicht, denn dort nahmen die Projekte langsam überhand. Ich begann, die Aufträge peu à peu abzuarbeiten. “Abzuarbeiten” – dieses Wort finde ich ziemlich schrecklich, denn genau so wollte ich nicht mehr arbeiten.

Ein Grund für die Selbstständigkeit war auch, dass ich mehr Zeit für eigene Projekte habe, Ideen verwirklichen kann und mehr Herzblut bei der Umsetzung von Projekten hineinstecken kann. Leider war das die letzten Monate nicht der Fall. Neben meinen 60 Stundenwochen kam natürlich noch der Bürokram wie Ablage, Rechnungen schreiben, Mahnungen schreiben, Steuer, Angebote schreiben, KVA’s abgeben usw., dazu. Da liegt man dann mal schnell bei 70 Stunden pro Woche. Für eigene Projekte oder runskills war da keine Zeit. Ein Foto auf Instagram hochladen? Purer Stress für mich. Alles was ich in der Zeit tat, machte ich automatisiert – wie ein Roboter. Man verlangte, ich lieferte. So ging das bis heute.

 

Swissalpine in Davos. Der D22. Im Ziel mit Medaille

 

>>> Wenn du mehr über den Swissalpine erfahren willst, dann lies dir meinen Bericht dazu durch <<<

 

Selbst und ständig – dass höre ich dann immer, wenn ich von meinen Problemen erzähle. Nicht gerade aufbauend und das was man hören will, denn ich bin der Meinung, dass man nicht rund um die Uhr arbeiten muss, nur weil man selbstständig ist. Ende vom Lied war, dass ich dieses Jahr keinen Urlaub hatte und mir lediglich im Dezember eine Woche frei gönnte. Das es so nicht weitergeht, ist mir in den letzten Wochen klar geworden. Es muss sich was ändern, denn man kann nicht nur für andere arbeiten. Das ist zumindest nicht meine Motivation.

 

Mit den Hunden unterwegs. Puggles und Mischlinge.

 

Besinnung und Fokus

Ich muss meine berufliche Auslastung als etwas sehr Positives sehen. Ich verdiene Geld, habe Kunden, die sich immer auf mich verlassen können und meine Arbeit schätzen. Manchmal muss man lernen loszulassen und Prioritäten zu setzen. Am meisten hilft mir dabei ein Blick zurück in die Vergangenheit. An dem Tag, als ich beschloss, in die Selbstständigkeit zu gehen. Was war meine Motivation? Warum wollte ich den Schritt gehen?

Es gibt genau 3 Gründe, warum ich die Sicherheiten einer Festanstellung aufgeben wollte:

  1. Selbstverwirklichung und kreatives Arbeiten
  2. Mehr Freizeit bzw. Zeit für mich
  3. Mehr Geld

Im Moment habe ich eigentlich nur mehr Geld, was ja an und für sich nicht schlecht ist, aber eben auch nicht alles im Leben. Mir sind Freizeit und Selbstverwirklichung viel wichtiger, auch wenn ich dafür den einen oder anderen Euro weniger in Kauf nehmen muss.

Leider ist es so, dass man in der Kreativ- und Medienbranche nicht viel verdient, deshalb fällt der Schritt oft schwer, sich von dem einen oder anderen Projekt zu verabschieden. Aber mit der gewonnen Zeit steigt auch wieder die Kreativität und Lust an der Arbeit – dadurch entstehen neue Ideen, die auch wieder eine Einnahmequelle sein können. Man muss die Chancen nur sehen und nutzen. Ich hoffe, dass ich mich im nächsten Jahr wieder mehr auf mich und meine Arbeit fokussieren kann, dazu zählt vor allem auch der Blog. Wir haben schon einiges ihn Planung, was wir nächstes Jahr realisieren wollen und dafür brauchen wir eben auch mehr Manpower. Es bleibt auf jeden Fall spannend und aufregend.

 

Startnummer beim Berlin Marathon 2017 und im Ziel mit Finisher-Medaille beim Achenseelauf 2017

 

2018 – mehr Planung

Sportlich gesehen will ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder strukturierter trainieren, d. h. ich möchte mit einem Plan meinen Traum von einer Sub 03:30 angehen. Ich bin gespannt, ob es mir schwerfallen wird, mich wieder an feste Trainingszeiten zu halten. Der Tag X soll dann am 29. April in Hamburg stattfinden. Dennis will mich pacen – dass wird auf jeden Fall eine aufregende Geschichte. Ansonsten stehen die meisten großen Läufe bereits fest: Limassol Halbmarathon, Hamburg Marathon, Rennsteig Supermarathon, Sachsentrail 72 km, Chicago Marathon und New York Marathon. Ich freue mich schon sehr auf das kommende Jahr und hoffe, dass es dann auch wieder mit der Work-Life-Balance klappt.

Und was die beruflichen Ziele angeht, so bin ich gerade am planen und nachdenken. Mein persönlicher Wunsch ist es, runskills wieder mehr Zeit zu widmen und gute Inhalte für dich zu produzieren. Wenn du also eine Idee, einen Wunsch oder andere Anregungen für den Blog hast, dann kannst du uns dazu gerne schreiben – entweder hier in den Kommentaren oder auch gerne als private Nachricht.

Ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast und mit mir noch einmal das Jahr 2017 durchlebt hast.

 

Wir sehen uns 2018!

Categories Laufmomente