Dein erster Lauf

Was du von deinem ersten Lauf lernen kannst

Jeder von uns kann sich wohl noch an seinen ersten Lauf erinnern. Manch einer versucht ihn gekonnt zu verdrängen, wieder einer verfällt in ein verlegenes Schmunzeln wenn er darüber spricht und wieder ein anderer ist froh, dass es diesen einen Lauf überhaupt jemals gegeben hat!

Wir alle haben “besondere” Erinnerungen an diesen einen Lauf an jenem Tag. Für viele von uns hat sich ab diesem Zeitpunkt so einiges verändert – bessere Fitness, Gewichtsverlust, mehr soziale Kontakte, das gesundheitliche Wohlbefinden hat sich verbessert und und und.
Laufen bringt eben viele Vorteile mit sich, das haben wir gelernt.

Jetzt bist du dran! Geh tief in dich und erinnere dich an deinen ersten Lauf.

Kannst du dich auch noch an diesen Moment erinnern, als du die eingestaubten und ausgelatschten “Laufschuhe” aus dem Schrank geholt hast?! Sie hatten wahrscheinlich schon die besten Jahre hinter sich und warteten nur auf den Zeitpunkt, wo sie jemand befreit und in die Kleidersammlung verlagert!

Und wie sah dein erstes “Laufoutfit” aus? Ohne dir jetzt nahetreten zu wollen – waren es manchmal dicke Baumwollklamotten, die du sonst eigentlich nur beim couchen getragen hast? Sicherlich kanntest du bis dahin noch nicht einmal die Begriffe “atmungsaktiv”, “Gore-Tex” oder “Dry Fit”! Dein viel zu weites und langes
Sport-T-Shirt aus dem Jahre 2000 mit dem fetten PUMA-Aufdruck hat dich zumindest nicht davon abgehalten, raus zu gehen und den Asphalt zu rocken.

Das alles hat dich aber in diesem Moment nicht interessiert und du hattest irgendeine Motivation, warum du dich an Tag X dazu entschlossen hast, laufen zu gehen. Irgendetwas muss deinem Kopf gesagt haben, dass du heute dein Leben ändern und du die Laufschuhe schnüren wirst.

 


Was du von deinem ersten Lauf lernen kannst

Erinnere dich zurück – deine ersten Gehversuche 

Du kennst sicherlich diese Tage, wo nichts aber auch gar nichts geht. Alles tut weh, deine Motivation rennt gerade mit einem Cocktail über die Wiese und das Wetter ist auch noch doof. Blöd, oder?! Viele tolle Laufratgeber kommen mit ach so schlauen Ratschlägen daher, was gegen diese Antriebslosigkeit hilft.

“Schließ dich einer Laufgruppe an!”
“Trage dir feste Termine in den Kalender ein!”
“Denk an das Gefühl danach!”

Wir sagen: ALLES BULLSHIT! Wenn man nämlich ein richtig mieses Tief hat, dann hilft auch der eingetragene Termin im Kalender nichts mehr. Dann hat man einfach keinen Elan und braucht einen Tritt in den A*sch.

Was in so einem Moment hilft?! Denke an deinen allerersten Lauf zurück und warum du angefangen hast! Punkt. Das ist es auch schon. Denke an den Grund WARUM du überhaupt angefangen hast und hole dir diesen immer wieder in dein Bewusstsein zurück! Jetzt sollte es dir wesentlich leichter fallen deine Schuhe rauszuholen und loszulaufen.


Erinnere dich zurück – Seitenstechen, Bauchweh, Atemnot

Dir geht es gesundheitlich schlecht. Das ist immer Mist. Eine Verletzung die dich aus der Bahn wirft, eine Erkältung die du seit Wochen mit dir rumschleppst oder pure Erschöpfung vom Alltag, die dich niederstreckt. Das sind alles Umstände die du nur selten beeinflussen kannst und es ist in dieser Situation wichtig, dass du wieder GESUND wirst. Du musst dich völlig auskurieren und deine Verletzung verheilen lassen. In solchen Zeiten wird man sehr schnell depressiv und findet alles und jeden blöd, da man ja seinem geliebten Hobby nicht nachgehen kann.

Denke an dein Befinden zurück!

Wieder ist die Formel so simpel.
Wie ging es dir eigentlich nach deinem ersten Lauf? Kommen dir folgende Probleme bekannt vor?

  • Atemnot
  • Seitenstechen
  • Magenschmerzen
  • Schwere Beine
  • Erschöpfung

Wenn ja, dann Glückwunsch! Du hast das alles überlebt und hast weitergemacht. Du hast nicht aufgegeben und dich auch nicht von kleinen Wehwehchen aus der Bahn werfen lassen. Es hat mit Sicherheit eine ganze Weile gedauert bis du deine Atmung kontrollieren konntest oder bis du herausgefunden hast, was die Ursache für deine Bauchschmerzen ist. Das alles ging nicht von heute auf morgen sondern brauchte Zeit. Genauso wie deine Erkältung oder deine Verletzung. Der Schlüssel zum Erfolg heißt GEDULD! Gib deinem Körper die Zeit die er braucht und nutze die neugewonnene Zeit für andere Dinge – oft kann man ja Alternativtraining machen oder man besucht mal wieder seine Eltern und bringt frisch gebackenen Kuchen mit.

 

Erinnere dich zurück – du warst eine Schnecke


Wer wünscht sich das nicht? Flink wie ein Wiesel sein und von mal zu mal schneller werden. Fast jeder träumt davon irgendwann einmal eine bestimmte Zeit zu knacken und über die Ziellinie zu schweben.
Leider bedeutet sowas auch immer viel Arbeit. Man muss sich rausquälen und muss auch mal unbeliebte Trainingseinheiten wie Intervalltraining oder Fahrtenspiel mit einbauen. Außerdem sollte man am Ball bleiben und regelmäßig trainieren. Von nichts kommt eben nichts.

Aber was hat dein erster Lauf jetzt damit zu tun?

Ganz einfach. Deine erster Lauf war schlecht, du warst langsam, du hattest keine Kondition.
Aber jetzt bist du trainiert, hast Ausdauer, bist fit. Du hast dich durchgebissen. Trotz eines holprigen Starts bist du dran geblieben und hast nicht aufgegeben! Mach dir das immer wieder bewusst und vertraue dir und deinem Körper. Du willst schneller werden? Du wirst schneller werden! Und viel wichtiger: Du bist bereits schneller geworden!

 

Dein erster Lauf

Update 2017: Meine aktuelle Bestzeit über die Marathondistanz liegt bei 03:40:33

 

 

Erinnere dich zurück – 5 km waren viel

“Ich werde nie einen Halbmarathon oder Marathon schaffen!”
Schon lange denkst du darüber nach eine längere Distanz zu laufen, aber dir fehlt (noch) der Mut oder dir fehlt das richtige Selbstvertrauen! Du findest immer noch Wege und Ausreden nicht anzutreten.

Aber warum eigentlich? Was ist besser als Motivation als der allererste Lauf? Richtig – DEIN allererster Lauf! Du hattest damals den Mut und den Ehrgeiz zu Laufen. Wie lange warst du an Tag X nochmal unterwegs? 1 km?
2 Km? Und was hattest du nach deinen ersten wackligen Gehversuchen für Gedanken? Bestimmt warst du fest davon überzeugt NIEMALS aber wirklich NIEMALS am Stück 5 oder 10 km laufen zu können ohne am Ende dem Heldentod zu sterben, oder?! Und, was war?

DU HAST ES GESCHAFFT!

Du bist am Ball geblieben und hattest den Willen es zu schaffen. Du hast nicht aufgegeben und bist Training für Training da raus und hast es deinem Schweinehund gezeigt! Du bist ein Macher und kein Schisser! Was sollte dich also von deinen nächstgrößeren Plänen abhalten? Niemand außer dir hat es in der Hand es zu machen. Hol dir einen gescheiten Plan, gib dir genug Zeit und stress dich dabei nicht – dann wirst du sicherlich ganz bald deinen ersten Halbmarathon oder Marathon rocken! Genauso wie damals, als du dich dazu entschlossen hast, diesen alten Treffern ein Comeback zu geben…

DEIN  ERSTER LAUF IST DER WICHTIGSTE IN DEINEM LEBEN!

Dein erster Lauf

 


 

 

So, und jetzt wollen wir wissen wie DEIN erster Lauf war und was du daraus gelernt hast! Hast du gute oder eher schlechte Erinnerungen daran?

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Kommentare (10)
    felix 3. November 2015

    Ohje mein erstes Lauf… das war Anfang 2011. Es waren zwar nur 3km, aber ich war viel zu warm angezogen, war viel zu schnell … –> also danach war ich fix und fertig.
    Ich habe danach kontinuierlich aufgebaut und somit ist das Laufen ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens geworden (hört sich komisch an ist aber so ;)).
    Was mir am Anfang sehr geholfen hat, die einzelnen Läufe auszuwerten und so zu sehen wie man mittelfristig besser wird. Dies mag am Anfang natürlich extrem nervig sein, wenn sich nichts verbessert … aber es wird :-). Ich finde auch man sollte sich realistische Ziele setzen, gerade wenn man etwas Gewicht auf den Rippen hat, sollte ein Marathon nach 6 Monaten Laufen sicherlich nicht das Ziel sein.

      Hi Felix! Dann hast du alles richtig gemacht. Man sollte sich langsam steigern und nicht “zu viel” wollen – gerade am Anfang.
      Ich denke auch, dass man auf jeden Fall Erfahrungen sammeln sollte bevor man sich an die ganz langen Distanzen wagt. Von 0 auf 42km halte ich persönlich auch nix. 🙂

    Maren 3. November 2015

    Der erste Lauf war ganz fürchterlich. Ich hatte mir extra Laufschuhe gekauft, weil ich wirklich keine alten mehr hatte und mit dem ausgegebenen Geld eine Verpflichtung haben wollte, die Dinger auch zu benutzen. Leider hatte ich nur keine passenden Klamotten und es war Ende Januar. Also Strumpfhose unter die kurze Jogginghose, T-Shirt und Fleecejacke drüber und los gehts. Fühlte sich voll gut an. Für eine Minute. Dann ging der Kampf los: gehen, laufen, gehen, laufen, immer keuchen.
    Ich hätte auch NIEMALS gedacht, mal länger am Stück laufen zu können, zum Beispiel eine halbe Stunde oder 5 Kilometer oder sogar 10. Zehn! Naja, man muss sich das ja nicht alles vorstellen können, man muss es ja nur machen.

      Hi Maren, das kommt mir bekannt vor 🙂 Ich dachte immer: “Wie verrückt muss man sein um 5km zu laufen?” haha. Und jetzt beißt man sich regelmäßig die Zähne am Marathon aus. Wo ist nur die Zeit hin 😉

    Oliver 7. Dezember 2015

    Mein erster Lauf? Da muss ich jetzt schon mal grinsen 🙂 Von nix hatte ich eine Ahnung von rein gar nix. Nur der feste Entschluss stand fest das ich was tun muss. War so unfit wie noch nie in meinem Leben und dachte mir laufen kann gar nicht so schwierig sein. Also raus, ja in Baumwollklamotten ;-), und los ging es. Leider so schnell als wär der Teufel hinter mir her. Ich weiß gar nicht mehr ob ich einen Kilometer geschafft habe bevor ich wegen Sauerstoffmangel aufgegeben habe. Egal, ich habe mich durchgebissen, viele Fehler gemacht. Und irgendwann kam der erste Wettkampf, natürlich so gut wie nicht vorbereitet, aber egal. Und ab hier war es endgültig um mich geschehen. Ich hatte und habe immer noch den Laufvirus. Was dann kam? Viele geile Wettkämpfe, endlich Training nach Plan, erkannt wie wichtig Alternativtraining ist und viele nette Menschen getroffen die mindestens genauso verrückt sind nach laufen wie ich. Das ganze führte mich dann bis zu einer Lauftrainer Ausbildung.

    Laufen, leider geil 🙂

    Sportliche Grüße
    Oliver

      Hi Oliver, deine Geschichte kommt uns natürlich bekannt vor 🙂 Schön, wenn man mit Humor auf diese Anfangszeit zurückblicken kann. Sportliche Grüße zurück!

    Ich will auch gerade mit dem Laufen anfangen. Mein erster Lauf war eine Katastrophe, dazu rauche ich auch noch ein paar Zigarillos am Tag :-/
    Dein Artikel ist sehr motivierend, danke dafür!

      Hey Thomas!
      Der erste Lauf ist meist eine Katastrophe 😉 Das Zauberwort heißt hier: Dranbleiben! Gib nicht auf und bleib am Ball. Es lohnt sich.
      Das rauchen solltest du natürlich lieber sein lassen – aber das weißt du sicher eh. Stress dich nicht und beginn langsam mit der Umstellung. Wenn du noch Fragen hast, dann melde dich gerne bei uns.

      Liebe Grüße

    Bianca 14. Februar 2017

    Seit meinem ersten Lauf habe ich sage und schreibe 19 kg abgenommen und da bin ich verdammt stolz drauf! Zudem habe ich vor beginn meines Laufens getrunken. Laufen hat mein Leben verändert!