Die dunkle Seite des Laufens

Die dunkle Seite des Laufens

Erst war es ein nur Mittel zum Zweck – ein paar Kilos “weglaufen”, die Fitness steigern, etwas für die Gesundheit tun. Irgendwann wurde man besser, es hat plötzlich Spaß gemacht und es kam von Lauf zu Lauf mehr Freude auf. Ziele wurden gesetzt, Läufe bestritten und Erwartungen erfüllt. Spätestens nach dem erst High End Erlebnis (bei mir, Dennis, war es der TUI Halbmarathon in Hannover) habe ich angefangen das Laufen zu lieben.
Wir alle kennen oder werden es noch kennenlernen – dieses Gefühl von Stolz und Erleichterung zugleich.
Für Außenstehende ist das nur schwer zu begreifen, aber Anstrengung, Schmerz und Schweiß können Spaß machen.

DOCH nach all den Lobeshymnen und Liebesbekenntnissen, gibt es eine Seite des Laufens, die wir alle nur zu gut kennen und verfluchen. Die dunkle Seite des Laufens. Das klingt hart, aber nicht jeder Lauf ist ein guter Lauf oder bereitet Freude. Es gibt diese Situationen, wo man am liebsten alles hinschmeißen will und sich fragt, warum man sich das überhaupt antut. Und dann gibt es noch diese “äußeren Umstände” die einen zur Weißglut bringen. Du wirst sicher die ein oder andere Situation kennen und vielleicht kannst du genauso darüber schmunzeln wie wir.

 

Vorhang auf für unsere persönlichen Top 8 der dunklen Seite des Laufens.

 

1. Der Schweinehund

Wer kennt ihn nicht? JEDER, aber wirklich JEDER hat ihn bei sich zu Hause sitzen. Er legt sich jeden Tag, besonders an verregneten und kalten Tagen, auf die Lauer und überfällt dich hinterfotzig – genau dann, wenn du nicht guckst! Er kennt dabei keine Gnade, zeigt nur wenig Mitgefühl und möchte die Macht über dich und deinen Körper ergreifen! Am Ende kann nur einer gewinnen! Es gibt kein Unentschieden! Deine Aufgabe ist es, den Schweinehund in die Ecke zu treiben und zum schweigen zu bringen. DU musst die Macht über ihn ergreifen! Mach ihm klar das du der Chef bist!

Tipp:
So wird der Kampf gegen den Schweinehund einfacher: Hol dir Motivation durch Freunde, Partner, Social Media, Fitness Tracker etc. Überlege dir eine Belohnung die nach deiner Sporteinheit auf dich wartet, z.B. ein Stück Kuchen oder eine wohlverdiente heiße Wanne.

 

2. Schlechtes Wetter

Dennis läuft lieber bei 30 Grad in der Mittagssonne, Susi bevorzugt kühle Temperaturen im Herbst – jeder Läufer hat da so seine Vorlieben. Aber irgendwas ist ja immer. Zu windig, zu nass, zu dunkel, zu hell, zu früh, zu spät, zu warm, zu kalt, zu neblig, zu rutschig…
Gibt es eigentlich DAS perfekte Wetter? Wenn man es so will, kann man sich doch immer eine Ausrede suchen, vor allem wenn es ums Wetter geht.

Tipp:
Mit der richtigen Kleidung macht laufen sogar bei unangenehmen Wetter Spaß. Hau dir Musik in die Ohren, mach dir positive Gedanken und freu dich auf den Moment “danach”, wenn du durchgeschwitzt nach Hause kommst und weißt was du getan hast. Ein Blick vorher bei Wetter.com schadet nie.

 

3. Falsche Kleidung

Wie haben schon unsere Großeltern gesagt: „Schlechtes Wetter gibt es nicht, es gib nur falsche Kleidung“. Und ja verdammt, es stimmt. Entweder man ist zu dick angezogen und fängt schon ab Kilometer eins an zu schwitzen oder man hat zu wenig an und friert den ganzen Lauf über. Auch die Qualität sollte stimmen. Nichts ist nerviger, als überschüssige Schilder, Nähte oder Knöpfe die an der Haut scheuern und für wunde Stellen sorgen. Bequeme und vor allem passgenaue Kleidung ist deshalb das A und O.

Tipp:
Lieber ein bisschen mehr in gute Qualität investieren. Denn: Wer billig kauft, kauft zweimal. Wenn du draußen vor dem Laufen ein wenig fröstelst, dann bist du optimal angezogen.

 

4. Runden laufen

Jeder der schonmal für eine längere Distanz trainiert hat, stand früher oder später vor dem gleichen Problem: Welche Strecke kann ich laufen? Am Anfang ist das noch recht easy, aber irgendwann kennt man jede Ecke und jeden Winkel auswendig. Eine neue Route muss her. Und wenn man dann eine extrem lange Strecke absolviert, dann kann es durchaus vorkommen, dass man eine Runde zweimal laufen muss, um auf die gewünschten Kilometer zu kommen. Ätzend! Denn nix ist langweiliger, als eintönige Strecken.
Besonders ärgerlich sind auch diese Laufveranstaltungen, bei denen man teilweise bis zu vier Runden laufen muss! Wir finden, das ist unnötig und macht überhaupt keinen Spaß.

Tipp:
Entweder ins Blaue hineinlaufen und sich überraschen lassen, wo man rauskommt oder zusammen mit einem Laufpartner die Strecke absolvieren.
Für Wettkämpfe gilt: Einfach eine andere Veranstaltung suchen!

 

5. Rote Ampeln

Schaff ich es noch?? Ja? Nein? Vielleicht? Ach komm – gib Vollgas… Und dann: trotzdem nicht geschafft. Die Ampel ist bereits rot. Jetzt stellt sich die Frage: Laufe ich noch fix oder nicht? Natürlich sollte man sich an die StVo halten und bei rot anhalten, aber wie wir Läufer eben so sind, wollen wir es dann doch noch wissen – es sei denn, da sind irgendwo die Männer in grün oder Kinder stehen an der Ampel. Man will ja ein gutes Vorbild sein. Aber innerlich zerfrisst es einen und das kostet nicht nur Zeit sondern auch Kraft.

Tipp:
Strecken mit Ampeln vermeiden. Parks, Wälder und Seengebiete bieten eine tolle Alternative. Ggf. auch mit Rad oder Auto hinfahren.

 

6. Volle Laufbänder

Kalt, nass oder eisig? Ok, ab ins Studio aufs Laufband. Mit der Kleidung kann man hier auch nicht viel falsch machen, also alles perfekt oder? Natürlich sieht das nach verlassen der Umkleidekabine ganz anders aus. Volle Laufbänder! Vor allem ist dieses Phänomen im Januar zur “Gute-Vorsätze-Zeit” zu beobachten! Super nervig, denn oftmals handelt es sich nicht unbedingt um die ambitioniertesten Läufer die die Geräte belegen.

Tipp: Stoßzeiten vermeiden. In der Regel Montag, Dienstag und Mittwoch von 18-21 Uhr. Oder einfach Tipp 3 befolgen und draußen die Straßen rocken – aber denkt dran: Tipp 5 zu befolgen!

 

7. Aufgehende Schnürsenkel

Man läuft und läuft und läuft, doch was ist das? NEEEEIIN!!!! Der Schnürsenkel ist aufgegeangen. Krampfhaft sucht man nach der nächsten Parkbank um den Fuß abzustellen und seine Schuhe zuzumachen. Unnötiger Zeit- und Kraftverlust.

Tipp: Vor dem Laufen noch einmal alles auf festen Halt checken oder Xtenex Schnürsenkel verwenden.

 

8. Trinkgurt bzw. Getränkezufuhr während des Laufens

Das wichtigste beim Laufen ist immer die ausreichende Getränkezufuhr, vor allem wenn es an die langen Distanzen geht. Unzählige Sportartikelhersteller haben diverse Produkte zur Lösung dieses Problems auf den Markt gebracht – denkste! Wenn du schon einmal im Besitz eines sogenannten Trinkgurts warst, dann weißt du wovon wir sprechen. Irgendwas zwickt und reibt immer. Tragekomfort gleich Null. DIE optimale Lösung scheint noch nicht gefunden zu sein.

Tipp:
Passgenaue Trinkrucksäcke (wie z.B. die von CamelBak) ausprobieren oder die Flaschen auf der Strecke verteilen.

 


 

Du siehst, es gibt eine Menge Dinge (und wahrscheinlich noch viel mehr), die das Laufen fast unausstehlich machen. Aber, es gibt mindestens zehnmal so viele Dinge, die das Laufen liebenswert machen.
In jeder guten Beziehung gehören “Streitereien” eben dazu. Und es ist doch schön, wenn man sich dann wieder versöhnt und beim nächsten Mal mit vollem Elan durchstarten kann.

Uns alle verbindet doch die Liebe zum Laufen. Und diese Liebe ist größer als jede kleine Ecke oder Kante.

In diesem Sinne Live. Love. Run

Categories Motivation und Tipps