Rice, Rice Baby! Mein Trip nach Rice Island

Während ich das hier schreibe, futtere ich nebenbei meine letzte Ration Reis. Ich habe mittlerweile aufgehört die Menge zu wiegen aber es dürften um die 350 g gekochter Reis sein, die ich da gerade verputze. Aber fangen wir von vorne an.

Vor genau zwei Wochen beschloss ich, dass ich etwas an meiner Ernährung ändern muss. Nicht falsch verstehen – ich wollte keine radikale Veränderung sondern einfach nur etwas “zurücktreten”. Mit “zurücktreten” meine ich, dass ich meinem Körper aber vor allem meiner Verdauung ein wenig Ruhe gönnen wollte. In den letzten Woche hatte ich morgens oft Bauchschmerzen und ein extremes Völlegefühl. Teilweise bekam ich sogar ein Magenstechen beim Verzehr bestimmter Lebensmittel. Ganz besonders schlimm war es bei diesen billigen Fertigbrötchen vom Ketten-Bäcker. Auch Gemüse am Abend bekam mir überhaupt nicht. Zucchini und Brokkoli waren besonders schlimm. Ich bin zwar kein Arzt, aber nach genauem beobachten konnte ich feststellen, dass die Beschwerden nicht von bestimmten Lebensmittelgruppen kamen. Ich fühlte mich allgemein einfach aufgedunsen, dick, schwer und unwohl aufgrund der Problemchen.

 

Ich will entschlacken

Am Anfang stand die Überlegung, was ich eigentlich machen möchte. Banana Island hatte ich bereits versucht und war nach nur einem Tag kläglich gescheitert. Eine typische Entschlackungskur wollte ich auch nicht machen, denn ich war auf der Suche nach etwas, was sich in den Alltag integrieren lässt und wo ich nicht hungern muss. Immerhin treibe ich auch viel Sport, wo ich genügen Energie benötige.

 

Ich packe meinen Koffer und fliege nach Rice Island

Bei meinen Recherchen vor allem bei Instagram, stieß ich schnell auf die sogenannte “Reisinsel”. Reis? Ich? No way! Wer mich kennt, der weiß das ich mit Reis eigentlich auf Kriegsfuß stehe. Anderseits hatte ich alle anderen Lebensmittel im Moment satt und hatte kaum eine Alternative. Was hatte ich zu verlieren? Da ich keine Erwartungen hatte, konnte die Enttäuschung bei nicht-funktionieren auch nicht so groß sein.

Rice Island

Was ist Rice Island?

Wie der Name schon vermuten lässt, geht es bei Rice Island um Reis. Und zwar um viel Reis. Das Hauptnahrungsmittel für einen längeren Zeitraum ist also – wer hätte es gedacht – Reis. Wie lange man diesen Ausflug macht, hängt von jedem persönlich ab. Ich habe mich für den 10-Tage-Trip entschieden, so wie es die Ursprungsidee von Mary McDougall vorsieht. Wichtig ist, dass jede Mahlzeit zum Großteil aus Reis besteht. Wer sich mit Reis so gar nicht anfreunden kann, der kann auch gerne andere Stärkequellen wie Mais, Kartoffeln, Kürbis oder Süßkartoffeln nehmen. Viele Kohlenhydrate, wenig bis kaum Fette – das ist das Motto.

Was darf ich nicht?

  1. Auf alles industriell Hergestellte oder auf Fertigprodukte wird in dieser Zeit verzichtet, genauso wie auf Salz. Da Reis sehr entwässernd wirkt, würde Salz nur kontraproduktiv für den gewünschten Effekt sein.
  2. Hungern. Man soll sich immer satt essen und niemals Hunger leiden. Rice Island ist KEINE Diät.
  3. Raffinierter Zucker, Weizen, Fette, Öle. Das alles ist in dieser Zeit Tabu!
  4. Keine tierischen Produkte. Rice Island basiert auf einer pflanzlichen, stärkebasierten Ernährungsform.

Was darf ich?

  1. Du darfst so viel Reis essen wie du willst. Um es nochmal zu erwähnen – wir machen KEINE Diät.
  2. Obst und Gemüse als Beilagen. Empfohlen wird besonders grünes Gemüse, um die Nährstoffe abzudecken. Obst eher weniger.
  3. Zimt. Denn was ist Milchreis ohne Zimt?
  4. Soßen solange sie fettfrei sind und pflanzliche Milch in Maßen.
  5. Frische Kräuter aus dem Garten um dem Reis das gewisse Etwas zu verleihen.

Es kommt natürlich immer darauf an, was dein Ziel bei Rice Island ist. Je nachdem kannst du deinen Aufenthalt selbst für dich anpassen. Denk immer daran: Du entscheidest!

Rice Island

Meine Aufenthalt auf der Insel

Für mich sollte Rice Island als entgiftende Entschlackungskur dienen, deshalb habe ich mich am Anfang relativ streng an die Vorgaben gehalten. Um genau zu sein, 5 Tage lang.
Ich habe also morgens, mittags, nachmittags und abends Reis gegessen und jeweils ein bis zwei Beilagen dazu gewählt.

Ein Frühstück sah in etwa so aus:

250g gek. Reis mit Zimt und einem Obst z.B. Erdbeeren, Nektarine, Banane, Heidelbeeren oder Apfel

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Mein Mittag bestand z.B. aus:

300 – 350g gek. Reis und Erbsen mit passierten Tomaten und Frühlingszwiebel oder Hummus oder Süßkartoffeln

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Nachmittagssnack:

100g – 150g gek. Reis mit Zimt und Beeren oder Apfel-/Johannisbeermark

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Ein Abendessen kann so aussehen:

250g gek. Reis mit Zucchini oder Brokkoli oder Suhsi

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Du siehst, ich kam also am Tag auf ca. 1 Kilo gekochten Reis. Damit ich auch immer genug Vorrat zu Hause hatte, habe ich am Abend immer 500 – 700g vorgekocht. Somit war der nächste Tag schonmal abgedeckt und ich musste nur die Beilagen zubereiten.

Veränderungen

Entwässerung
Man sagt, Reis entwässert. Ok, das leuchtet mir ein. Aber, dass es SO stark entwässert hätte ich beim besten Willen nicht gedacht. Schon nach einem Tag bekam ich es zu spüren. Seitdem schlafe ich nachts nicht mehr durch, weil ich regelmäßig aufs Klo muss. Manchmal bin ich auch wegen Durst wach geworden. Denn dadurch, dass deinem Körper so viel Wasser entzogen wird, musst du für eine ausreichende Wasserzufuhr sorgen. Nicht das du noch dehydrierst.

Gewichtsreduzierung
Bei meiner Recherche bin ich auf Seiten gest0ßen, wo Menschen angeblich 5 Kilo in einer Woche abgenommen haben. Solche Werte halte ich für übertrieben, denn nach 10 Tagen kann ich sagen, dass man so schnell, so viel nicht verliert, wenn man ausreichend isst. Befindet man sich jedoch im Kaloriendefizit kann es durchaus zu einem stärkeren Gewichtsverlust kommen. Bei mir ist ein Kilo runtergegangen, was höchstwahrscheinlich das viele, überflüssige Wasser war.

Wohlbefinden
Zia, wer hätte gedacht das ich so gut mit “Reis essen” klar komme und das auch noch 10 Tage lang. Von Tag eins an, habe ich mich gut gefühlt. Diese Gefühl aufgequollen zu sein war weg und ich hatte wirklich zu keinem Zeitpunkt Hunger oder Heißhungerattacken. Ich habe ja zu 100 Prozent weißen Reis gegessen und trotzdem hat er mich extrem lange gesättigt. Das erste Mal seit Monaten kam ich vom Frühstück bis zum Mittagessen ohne Hunger oder Appetit zu verspüren.

Verdauung
Reis ist ja leicht verdaulich und das merkt man. Er liegt nicht schwer im Magen, macht aber sehr lange satt. Die morgendlichen Probleme waren sofort weg und mein Schlaf war viel erholsamer und intensiver (bis auf die Toilettengänge). Dadurch das man sich nie schwer oder träge fühlt, ist man allgemein viel vitaler und fitter.

Gelüste
Ich habe eine angeborene Schokosucht. Dies äußert sich teilweise so stark, dass ich zickig werde und Zucker brauche. In der letzten Zeit gab es leider etwas häufiger Süßkram und ich wollte davon weg. Ich glaube seit 28 Jahren waren das meine ersten 10 Tage am Stück ohne Zucker und Schokolade. Das hat nicht nur mich, sondern auch meine Umgebung erstaunt…

 

Fazit

Ich bin begeistert von Rice Island. Am Anfang denkt man noch, dass es sehr eintönig ist aber man wird mit der Zeit immer kreativer. Das Gute an Reis sind die verschiedenen Möglichkeiten die man hat. Entweder man isst ihn herzhaft oder süß. Ich war total überrascht wie sättigend und zufriedenstellend eine Reismahlzeit sein kann. Das ständige Rumfressen zwischen den Hauptmahlzeiten fiel endlich weg und auch meinen Schokokonsum konnte ich auf Null zurücksetzen. Ich habe viel mehr getrunken als sonst und habe mich immer fit und frisch gefühlt.
Am meisten freue ich mich aber über meine erholte Darmflora.
Ich kann einen Trip auf die Insel nur empfehlen und werde sicher auch wiederkommen.

P.S. Mein Reistipp für dich. Klick hier.


 

Wenn du Fragen zu Rice Island hast oder Tipps für deinen nächsten Aufenthalt brauchst, dann schreib mir doch gerne eine Nachricht. Oder vielleicht bist du auch regelmäßiger Inselbesucher? Dann würden mich deine Erfahrungen sehr interessieren.

Deine Reis-Queen Susi

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Kommentare (17)

    Toller Beitrag! Find ich super, dass es dir so gut gefallen hat und man auch Veränderungen bemerkt hat 🙂 Wirst du jetzt weiterhin mehr Reis essen? LG Conny

    tobias 25. Juni 2015

    Toller Erfahrungsbericht , vielleicht werde ich auch bald einen Trip nach Rice-Island machen, so gute Erfahrungen wie du gemacht hast ist das auf jeden Fall eine Überlegung wert

    Toller bericht!! Bin momentan bei meinen Grosselteren in Kroatien und hier wird ziemlich fettig gekocht und nun fühle ich mich ziemlich aufgebläht und unwohl… Werde nach den Ferien gleich auf die Insel ziehen ;-))
    Darf man Reismilch verwenden für den Milchreis oder wie hast du den gemacht? Ist Süssstoff bzw. Flavdrops auch nicht erlaubt? Danke im voraus!

    Vielen Dank für den tollen Bericht! Hab allerdings auch eine kleine Frage: wie sieht es denn aus mit Sojaprodukten? Ich hab auf einem anderen Blog gelesen, dass Sojamilch für den Milchreis verwendet wurde. Dann könnte man doch auch theoretisch Sojajohgurt und auch Sojafleischersatz zum Reis essen? Weißt du zufällig, ob das wirklich “erlaubt” ist oder sollte ich es lieber weglassen?

      Hi Pia!
      Du kannst prinzipiell alles dazu essen was du willst, es geht eben aber darum so viel wie möglich unverarbeitete Produkte zu essen.
      Und der Hauptbestandteil ist Reis. Ich persönlich habe in der Zeit komplett auf Ersatzprodukte verzichtet, esse es aber auch anosnsten so gut wie nie, weil es eben einfach Schrott ist 😉 Aber ab und zu geht das schon.
      Liebe Grüße

    Hey! Ich möchte von Montag bis Mittwoch auf die Insel!;) meinst du, es ist ok, da ich Freitag dann in Urlaub fliege.. Ich mache viel Sport und habe Angst, dass ich nicht genug Kraft für das muskeltraining habe. Gibt es eine Angabe wie viel Gramm Obst und Gemüse ich am Tag zu mir nehmen soll? Danke!

      Hey Katrin, sorry für die späte Nachricht.
      Der Sinn von Rice Island ist zu entschlacken und dem Körper, vor allem der Verdauung, etwas Ruhe zu gönnen. Der Sinn ist NICHT abzunhemen, deshalb solltest du immer so viel essen, dass du satt wirst. Also wiege nichts ab sondern esse bis dein Sättigungsgefühl eintritt.
      Ich habe manchmal bis zu 1,5 kg ungekochten Reis am Tag gegessen, auf vier Mahlzeiten am Tag verteilt. Vor allem wenn du Sport machst, solltest du viel Trinken und Essen! Ich hoffe, ich konnte dir helfen 🙂
      Viele Grüße

    Heyho,

    habe über meine Rice Island-Recherche Eure Blog entdeckt und bin begeistert! Toller Blog!!
    Auch, dass ihr hier in Hannover einen so tollen HM hattet 😉 … wohne nämlich in H und bin den auch schon ein paar Mal mitgelaufen.

    Eine Frage hab ich zu dieser Reis-Sache: ich bin heute den ersten Tag auf der Reisinsel, habe mir heute morgen als Tagesportion 500gr trockenen Reis gekocht und bin immer noch “überwältigt” von der Menge.

    Hab heute Mittag um 1230 Reis mit gekochten Möhren gegessen und hab dann von 1430-1530 Intervalle auf dem Rad gemacht und wollte danach noch kurz 15′ hart anlaufen – leider musste ich nach 1 km mit derartigen Magenschmerzen abbrechen, ich habe mich so mega voll gefühlt, als hätte ich Beton oder Steine im Magen :/ Du schreibst, dass Du Dich leichter gefühlt hast… ich fühle mich wie mit Blei gefüllt… liegt das vllt am “ersten Tag” auf der Insel? Hast Du einen Tipp? Getrunken habe ich definitiv genug und auch die Zeit zwischen dem Essen und Sport hatte ich als ausreichend empfunden.

    Sonntag habe ich einen Wettkampf, wollte eigentlich 3 Tage auf der Insel bleiben, fühle mich nämlich im Moment ähnlich wie Du es oben im Text geschrieben hast (aufgedunsen, unwohl, Bauch piekst)… aber wenn das so wie heute ist, wird das nix mit Gas geben. 😉

    Danke im Voraus für Deine Antwort & LG aus H
    Katha

      Hallo Katha! Danke, das freut uns natürlich sehr 🙂
      Wir finden Hannover einfach toll und werden definitiv immer wieder kommen 🙂
      Zum Reisthema: Reis ist ja eigentlich sehr magenschonend außer du hast dich doch etwas überfressen…Vielleicht solltest du erstmal kleinere Portionen essen und dafür aber ca. 5 davon am Tag. Ich hatte in der Zeit keinerlei Probleme mit Magenschmerzen. Was für einen Reis hast du genommen? Liebe Grüße Susi

        Hi Susi, danke für die Antwort – ich hatte Vollkornreis. 😉 Ja, vllt. lag es an der Menge, ich habe tatsächlich die 500gr gegessen, weil ich nicht ins Defizit kommen wollte. Wahrscheinlich ist der Ansatz mit 5 kleineren Portionen gut, vielen Dank für den Tipp! 🙂 Ich bin die letzten Jahre in Berlin den HM gelaufen , daher war ich beim “Heimrennen” nicht dabei, aber nä. Jahr steht Hannover wieder auf meiner Agenda!! Lasst es mich wissen, wenn ihr Tipps für UNterkunft o.ä. in H braucht. Liebe Grüße, Katha

          Hi Katha,
          ich würde mal auf den Vollkornreis verzichten. Mir z.B. liegt das auch immer sehr schwer im Magen. Probier es mal mit Basmati oder Langkorn. Mein Lieblingsreis ist aus dem Denns Biomarkt von der Eigenmarke und ist “Duftreis”.
          Hannover ist sicher mindestens wieder einer von uns am Start. Dennis kommt ja dort aus der Nähe, von daher sind wir auch so öfters mal da. 🙂 Liebe Grüße!

    Ich hab gelesen dass Hülsenfrüchte verboten sind ,wegen der Stärke!?
    Überall stehen andere Regeln.

      Hallo. Wie ich bereits geschrieben habe, gibt es keine festen “Regeln”. Mach es doch so, dass es dir auch Spaß macht und schmeckt. Du sollst ja nicht hungern oder dir irgendwas verbieten. Das finde ich ehrlich gesagt den falschen Weg. Hauptsache du isst überwiegend Reis, den Rest kann jeder individuell handhaben.